Mademoiselle, so nannte die Autorin ihre Depression und fand mit ihr einen Weg zur Selbstheilung. Die Autorin beendete die Beziehung mit ihrem manisch-depressiven Partner, nachdem in ihrem Kopf irgendwann die Reizweiterleitung gekappt wurde, die Synapsen spielten nach ihren Regeln. Depressionsalarm in Stufe rot! – Mademoiselle wurde benachrichtigt und zog unaufgefordert bei der Autorin ein. Das Buch reflektiert mit einem Lächeln, Wut, Trauer, schwarzem Humor und einer Überraschung diesen Besuch bzw. Einzug! Das schwarz gekleidete Fräulein hat ihr geholfen, die Ziele und Wünsche der Zukunft neu auszuloten. Verweigern Sie, liebe Leser, ihrer Mademoiselle nicht die Tür! # "Mut, nie aufzugeben, auch wenn man glaubt, jetzt geht es nicht mehr weiter, es lohnt sich! Das zeigt uns die Autorin hier sehr eindringlich. Sie gibt dem Leser Einblick in das Leben mit der Depression und zeigt ihren Weg aus dieser Krankheit. Der Weg ist daraus nicht geradlinig, Mademoiselle lässt das nicht immer zu. Sie will ja schließlich auch nicht gleich wieder ausziehen. Aber Mademoiselle verliert und muss gehen. Das wird kritisch und auch mit Humor geschildert, sehr lesenswert!" (Sybille, Rezension einer Angehörigen) "Nie zuvor habe ich ein Buch gelesen, was mit spielerischer Leichtigkeit sich dem schweren Thema Depression widmet ohne es dabei herabzuspielen. Vielleicht ist die Personifizierung der Depression ein Weg, mit ihr auszukommen, wenn sie schon nicht verschwindet. Das Buch ist Ratgeber und Mutmacher in einem. Und man kann sogar der Depression ein wenig Humor abgewinnen und das Leben weniger dunkel sehen." (Nadine, Rezension einer Betroffenen)

 

http://www.amazon.de/Mademoiselle-klopft-meine-T%C3%BCr-Depression/dp/3842361297/ref=la_B007X38CTI_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1433846935&sr=1-4

 

Leseprobe: … wieder ein paar Worte davor ...

Bevor Sie mein Buch lesen, möchte ich Sie warnen. Sie werden keine fachlichen Ratschläge von mir hören, sondern es ist meine Geschichte und Erfahrung mit der Krankheit „Depression“.

Das „Kranksein“ ist so negativ belastet, deswegen versuche ich bei diesem ganzen Dilemma eine humorvolle, aber auch ernste Seite beim Schreiben einfließen zu lassen. Eben mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Dieses Buch war meine Rettung, eine Selbsthilfe: „Wenn dir keiner helfen kann, dann helfe dir selbst.“ Oder nach dem Motto „Wer Hoffnung hat, wird die Welt ertragen.“ Dieses letzte Zitat las ich irgendwann in meiner Jugend und es begleitet mich seit diesen Tagen. Sogar als Taufspruch habe ich es meinem Sohn in die Taufurkunde eintragen lassen. Ich hoffe, es wird ihm eines Tages gefallen und ihn leiten. Aber beim damaligen Vorgespräch beim Pfarrer fiel mir einfach nichts Besseres ein. Nun, besser dieses Zitat, als die Hilflosigkeit und Sprachlosigkeit des Vaters meines Kindes.

Das klingt gemein, fragen Sie sich jetzt? Es gibt Menschen, die treten einem auf die Füße und entschuldigen sich, andere treten einem ins Herz, und merken es nicht einmal. Weitere Kommentare erspare ich mir ...

Mein Sarkasmus und meine Selbstständigkeit wurden aus der Taufe gehoben, als ich das zweite Mal in meinem Leben ins Herz getreten wurde. Daraus wurde meine langanhaltende Depression geboren. Aber ich gehe auch gestärkt hervor, an manchen Tagen. Ich hoffe, Mademoiselle, meine Depression, wird mich nicht mehr so häufig besuchen. Und wenn sie dann doch an meiner Tür klopft, werde ich ihr höflich einen Espresso kochen und sie zu anderen Mitbewohner/-innen schicken. Irgendwie haben wir uns lieb gewonnen, aber wir können es auch aushalten, ohne den anderen ständig zu besuchen.

Ach, Sie wissen nicht von wem ich spreche? Wie unhöflich von mir!

Mademoiselle ist die schwarz gekleidete Dame, schwarzer Hut und Handschuhe, wohl gemerkt lange schwarze Ballhandschuhe, knall rot geschminkter Mund und weiß gepudertes Gesicht. Ihre grauen Haare hat sich diese alte Schachtel doch wirklich blondieren lassen! Nun, nicht gerade mein Geschmack, finde ich, in ihrem Alter, aber jeder, wie es ihm beliebt. Keiner weiß, wo sie wohnt oder herkommt. Sie ist einfach da, wenn man sie im Leben am wenigsten braucht. Aber wann kommt eine Depression zum richtigen Zeitpunkt? Wohl nie.

Wer sie vor meine Tür abgeliefert hat mit all ihrem Gepäck und ihren Hutschachteln, keine Ahnung! Sie hat es mir nie verraten.

Wir hatten enorme Startschwierigkeiten, um miteinander auszu- kommen. Aber mit der Zeit gewöhnten wir uns aneinander und konnten dann miteinander arbeiten. Eines Tages kam dann der Zeitpunkt des Abschieds, denn schließlich wollte ich meine neue Mitbewohnerin nicht ewig kostenlos bei mir wohnen lassen. Denn es musste immer der beste Espresso sein und die Keksdose war auch ständig leer.

Nach über einem Jahr packte sie ihre sieben Sachen und verließ mich mit einer herzlichen Umarmung, denn andere arme Seelen brauchten sie nun mehr. Zum Glück! Es wurde auch für mich Zeit, wieder am Leben teilzunehmen und den Blick nach vorne zu richten, anstatt ständig, wie eine Katze die alten Wunden zu lecken.

Sie sehen, liebe Leser und Leserinnen, der schwarze Humor kommt in meinem Buch nicht zu kurz. Meine Ersterkrankung, der Dämon in Form der Multiplen Sklerose, habe ich aus diesem Buch verbannt, aber leider nicht aus meinem Leben. Das werde ich auch nicht mehr schaffen, außer es geschehen noch Zeichen und Wunder. Und an Wunder glaube ich nicht. Aber an eine positive Lebenseinstellung! Und dieser Dämon sitzt nicht mehr an meiner Bettkante morgens, sondern läuft recht manierlich neben mir her. Mal mehr, mal weniger.

Ich würde mich freuen, wenn dieses Buch Betroffene lesen würden, aber auch Menschen, die nicht betroffen, aber getroffen sind, oder vielleicht Fachleute, um mit ihren Patienten noch besser arbeiten zu können. Wenn es Menschen hilft, dann hat es seinen Zweck nicht nur für mich erfüllt.

Urteilen Sie selbst und nun viel Spaß bei der Lektüre meines kleinen Buches! Vorhang auf, das Vorwort kommt sogleich!

© Caroline Régnard-Mayer