Der kleine Mäuserich Finn führt eigentlich ein recht beschauliches Leben in einem Garten. Er versteht sich sehr gut mit seinen Menschen, und sogar mit dem Kater des Hauses hat er ein freundschaftliches Verhältnis. Eines Tages jedoch ändert sich alles.
Die nette Familie zieht fort und es kommen neue Menschen. Diese mögen Mäuse gar nicht und zu allem Überfluss haben sie auch noch zwei Kater, die es ebenfalls auf Finn abgesehen haben. Als diese bösen Menschen Finns Wohnung unter Wasser setzen, muss er aus dem Garten fliehen.
Entkräftet und zutiefst traurig findet er in einer Scheune Zuflucht. Dort lebt die Maus Felix, die sich um den unglücklichen Finn kümmert und ihm das Leben auf dem Land und im Wald zeigt.
Die beiden erleben nun gemeinsam viele Abenteuer und bestehen so manche Gefahr, was ihre Freundschaft von Tag zu Tag wachsen lässt.

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Leseprobe

Als wir unser Ziel erreicht hatten, nahm ich schon den köstlichen Duft der Erdbeeren wahr.

Ohne zu zögern, lief ich zu den roten Früchten und begann zu fressen. Ich achtete gar nicht darauf, dass Felix nicht mitkam.

Als ich dann nach ihm Ausschau hielt, sah ich, dass er sich hinter einen kleinen Busch gesetzt hatte.

»Hast du keinen Hunger?«, rief ich ihm zu.

»Friss du zuerst«, antwortete er. »Einer muss ja auf Gefahren achten. Du hast dich so auf die Erdbeeren gefreut, da kann ich ruhig warten. Hier sitze ich geschützt und kann trotzdem alles gut überblicken. Genieße deine Leckerei. Ich werde dich früh genug warnen, wenn es aus irgendeinem Grund gefährlich werden sollte.«

Und so futterte und futterte ich und konnte nicht genug bekommen. Wie immer fand ich kein Ende und überfraß mich.

Erst als mein Bauch schmerzte, hörte ich damit auf. Vollgestopft und etwas träge machte ich mich auf zu Felix.

»Fertig! Ich bin so was von satt, da passt beim besten Willen nichts mehr rein. Wenn du möchtest, bist du jetzt an der Reihe. Ich passe auf.«

Wir tauschten die Plätze. Ich konnte sehen, wie Felix anfing zu fressen. Er war im Gegensatz zu mir ein echter Genießer. Er ließ sich Zeit und schlang nicht alles in sich hinein. Er hatte eben Manieren, die mir fehlten.

Ich hielt weiter die Augen auf, aber es dauerte mir zu lange. Ich wurde müde. Der volle Bauch machte mich schläfrig. Ich konnte gar nichts dagegen tun. Ich dachte an nichts mehr und schlief einfach ein. Dass ich Felix damit in große Gefahr brachte, kam mir nicht in den Sinn.

Einige Minuten später wurde ich von einem lauten Schrei geweckt. Ich zuckte zusammen und riss die Augen auf und sah gerade noch aus den Augenwinkeln, wie sich ein riesiger Vogel mit glühenden Augen und scharfem Schnabel auf Felix stürzte. Ich war sofort wieder hellwach.

»Felix, schnell, lauf weg!«, schrie ich angsterfüllt. »Schau nach oben. Du musst dich beeilen!«

© Britta Kummer